Mittwoch, 23. November 2016

Mutter und selbstständig sein

Im Laden stecken wir schon wieder mitten im Weihnachtsgeschäft und dieses Jahr kommt dazu: ich stecke mitten im Mutter sein. Das zu verbinden ist schwieriger als gedacht.

Sterne basteln für den Laden und die Weihnachtsmärkte

Ich wusste das es nicht leicht wird, schon der Anfang wird einem schwer gemacht. Mutterschutz für Selbstständige ist nicht, für das Elterngeld gilt der Mindestsatz wenn nebenbei (noch so kleine) Projekte laufen und Krankenkassenbeiträge werden auch kontinuierlich weiter abgezogen. In meinem Fall sich fast ausgleichende Beträge.
Nun muss ich zugeben, unsere kleine Mitbewohnerin ist das entspannteste Baby überhaupt. Da kommt sie ganz nach mir :-) Von den 3-Monats-Koliken weiß ich wenig zu berichten, die kleine Maus schlief von Anfang an da, wo man sie hinlegte und was schlechte Laune ist, weiß sie auch noch nicht. Und trotzdem tue ich mich schwer mit dem Mutter sein. Das liegt aber weniger an der kleinen Mitbewohnerin als an besagten Rahmenbedigungen und meinen inneren Konflikten. Jeder Tag mit so einer kleinen Maus ist doch ein bißchen anders, die Schlafenszeiten am Tage ändern sich im Laufe der ersten Monate stark und so organisiert man sich ständig neu und es gibt viele Tage an denen man abends das Gefühl hat, man hat nichts geschafft. Dabei hat man viel geschafft, im Haushalt und mit dem kleinen Wurm, aber eben keine der Aufgaben, die die Selbstständigkeit betreffen. Und dann kommen die Gewissensbisse. Zwar würde ich es gar nicht wollen ausschleißlich Mutter zu sein, sondern möchte auch gleichzeitig mich verwirklichen, aber der finanzielle Zwang und die Verpflichtungen der Selbstständigkeit gegenüber, enden oft im schlechten Gewissen oder gar Stress.

Mittagsschlafzeit = Zeitfenster zum Arbeiten

Das habe ich selbst so gewählt und auch gewußt, könnte man jetzt sagen. Ja, das stimmt. Trotzdem wünschte ich mir mehr ElternZEIT.
Zeit, um mich beim Mittagsschlaf auch mal mit hinzulegen (das habe ich im Wochenbett das letzte Mal gemacht), für ausgedehnte Spaziergänge mit dem Kinderwagen (nicht nur zwischen Zuhause und dem Laden hin und her) oder mehr Zeit für Freizeitaufgaben wie das Bloggen, Fotoalben nacharbeiten, ...

Es soll auch nicht klingen als sei alles schlecht oder ganz und gar unvereinbar. Die kleine Mitbewohnerin lässt mir mit ihrer entspannten Art viele Zeitfenster (ich will aber auch gar nicht wissen, wie es anders gewesen wäre), auch unsere Elternzeitmonat, den wir in Südfrankreich verbracht haben, war ein wundervoller Urlaub, den es nur so geben konnte. Das wichtigste ist Selbstdisziplin, ein gutes Zeitmanagement (welches man zugegeben oft neu arrangieren muss) und wertvolle Unterstützung durch den Partner und die Familie. Und ab und an einfach mal loslassen! Das klingt allerdings einfacher als es ist! Wie macht ihr das denn?

Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit! Alle mir bekannten Gesichter - lasst Euch gern mal im Laden oder auf einem der Weihanchtsmärkte blicken. Ich würde mich freuen!     Antje

1 Kommentar:

  1. Selbst und Ständig ist der ElternZeit sicherlich noch viel anstregender als so schon und ich ziehe den Hut vor allen, die das schaffen. Ein Patentrezept habe ich auch nicht und gehöre zu denen, die sich die Auszeit gönnen konnten - bei der Tochter 11 Monate beim Sohn sogar das komplette Jahr. Danach wieder einzusteigen, hat allen - und vor allem auch mir selbst - gut getan. Daher wünsche ich dir, dass du dir das zum Mittagsschlaf doch mal gönnen kannst und Zeit bleibt, die Kraftreserven aufzufüllen.

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